Schweres Krafttraining erhöht die Knochenmasse bei an Arthrose Leidenden

28.01.2014

Frauen nach den Wechseljahren, die an Arthrose oder Osteopenie (der Vorstufe von Arthrose) leiden, können den Rückgang der Knochendichte aufhalten und sogar den Trend umkehren, indem sie Gewichtstraining machen. Sie müssen schweres Gewichtstraining machen – mit Gewichten, mit denen sie nur 3 – 5 Durchgänge machen können. Forscher der Technisch-Naturwissenschaftlichen Universität Norwegens schreiben bald darüber im Journal of Strength and Conditioning Research.

Man könnte eine ganze Bibliothek füllen mit wissenschaftlicher Literatur über Wege, Arthrose aufzuhalten. Aber der Inhalt der Literatur ist enttäuschend. Nahrung, Ergänzungsmittel und Training können die Geschwindigkeit verringern, mit der sich die Arthrose in Frauen entwickelt, die kein Estradiol mehr synthetisieren, aber sie können das Phänomen selbst nicht umkehren. Knochenmasse, die verschwunden ist, kann nicht wieder aufgebaut werden. Für mehr über natürliche Methoden zur Stärkung der Knochen klicken Sie hier.

Pharmakologische Substanzen können helfen, die Knochenmasse zu erhöhen. Aber das Problem mit pharmakologisch gewachsener Knochenmasse ist, dass die neue Masse nicht so stark wie das natürliche Knochengewebe ist und man kann Substanzen wie diese nur für eine begrenzte Zeit nehmen.

Vor diesem Hintergrund ist die norwegische Studie extrem interessant. Wenn die Norweger die gleichen Ergebnisse in einer größeren Studie erzielt hätten, wären sie fähig gewesen, in The Lancet zu veröffentlichen und hätten eine weitreichende mediale Berichterstattung erreicht.

Die Norweger ließen acht Frauen, die die Wechseljahre seit mindestens zwei Jahren hinter sich hatten und an Arthrose litten, zwölf Wochen auf einer Hack-Squat-Maschine trainieren. Drei Mal pro Woche absolvierten die Frauen ein kurzes aber intensives Training. Sie wärmten sich mit Einheiten von 8 – 12 Durchgängen mit dem halben Gewicht auf, ab dem sie versagten. Für die eigentlichen Einheiten machten sie vier Einheiten von 3 – 5 Durchgängen mit 85 – 90 % des Gewichts, mit dem sie nur einen Durchgang schafften.

Eine Kontrollgruppe von acht Frauen trainierte nicht.

Am Ende der zwölf Wochen hatte sich die Maximalkraft der Frauen (1 RM) in der experimentellen Gruppe fast verdoppelt, wie die Grafik unten zeigt.

Die Rate der Kraftentwicklung (RFD) – die Geschwindigkeit – hatte sich auch erhöht.

Arthrose Krafttraining

Die Knochenmasse (MBC) im Lendenwirbel der experimentellen Gruppe erhöhte sich, wie die Grafik oben und die Tabelle unten zeigen. Die Forscher beobachteten die gleiche Tendenz am Ansatz des Oberschenkelknochens.

Die Testerinnen in der Kontrollgruppe und in der experimentellen Gruppe nahmen ein Ergänzungsmittel ein, das Vitamin D und Calcium enthielt. Von dieser Dosis wird in der Studie nicht berichtet.

Also scheint es, als wäre Krafttraining sogar viel effektiver im Kampf gegen Arthrose, als wir bereits dachten. Aber die Forscher sind nicht überzeugt, dass das schwere Krafttraining, mit dem sie sich befassten, für alle Patienten geeignet ist.

„Es sollte zur Kenntnis genommen werden, dass unsere Ergebnisse womöglich nicht auf Patienten übertragbar sind, die stärkere Arthrose haben, als die Teilnehmer der vorliegenden Studie.“, schreiben sie. „Da die Patienten anfälliger für Knochenbrüche sind, muss beim Geben von Empfehlungen zur Übung Acht gegeben werden.“

Quelle:
J Strength Cond Res. 2013 Jan 2. [Epub ahead of print].

Dieser Artikel auf Englisch:
Heavy strength training increases bone mass in osteoporosis sufferers