NO-Boosters hemmen Myostatin

08.10.2013

Zusätze zum Bodybuilding, die die Konzentration von Stickstoffmonoxid erhöhen – kurz NO – in den Muskelzellen sind oft myostatinhemmend. Das wurde bei einer In-Vitro-Studie beim Stammzellenforschungsinstitut in Mailand festgestellt, die im Journal of Cell Biology veröffentlicht wurde.

NO-Verstärker sollten funktionieren, wenn man der Grundlagenforschung glauben kann. Zahllose Studien haben gezeigt, dass Stickstoffmonoxid ein wichtiger Faktor für das Muskelwachstum ist. Aber Erkenntnisse aus Studien, in welchen Forscher Kraftathleten NO-Verstärker gaben, waren unstimmig. Es sieht so aus, als hätten die beschäftigten Forscher etwas vergessen.

In der italienischen Studie hier extrahierten die Forscher Muskelzellen aus Mausembryonen und setzten sie in Reagenzgläsern DETA-NO, einem Geber von NO, und L-NAME, einem Stoff, der die Bildung von NO hemmt, aus.

Die Forscher entdeckten, dass die NO-Geber Satellitenzellen stimulierten – junge Muskelzellen, die noch nicht Teil der Muskelfasern sind -, ihre Position im Muskelgewebe einzunehmen. DETA-NO erhöhte die Rate der Zellfusion, L-NAME reduzierte sie.

NB = Zellen, die nicht behandelt wurden

Myostatin NO

Die NO-Erhöher arbeiteten durch das zelluläre Botenmolekül cGMP, entdeckten die Italiener. Wurde cGMP deaktiviert mit dem Hemmstoff ODQ, tat DETA-NO nichts. Fügten sie 8Br-cGMP hinzu, eine Substanz, die die Auswirkungen von cGMP imitiert, wurde die Auswirkung des NO-Gebers auf die Muskelzellen größer.

Die Grafik unten gibt eine Vorstellung von der Art, wie der NO-Geber arbeitet: die Substanz erhöht die Produktion von Follistatin in verschiedenen Sorten von Muskelzellen und hemmten daher die Produktion von Myostatin.

Es ist schwierig, von Reagenzglasstudien auf die Realität hochzurechnen, aber ohne von großem wissenschaftlichen Wissen gehindert zu werden, geben wir dem eine Chance. Die Konzentration von cGMP im Körper erhöht sich sicherlich, je mehr Sie Stoffe wie Cyanidin-3-O-Beta-Glucosid, Malvidin-3-O-Beta-Glycosid, Chlorogensäure, Ginkgetin und auch Curcumin aufnehmen. Diese Stoffe finden sich in Kirschen und Beeren, Trauben, Kaffee, Ginko und Gelbwurz in großen Mengen.  [J Nutr. 2012 Jun;142(6):1033-7.] [J Agric Food Chem. 2005 Mar 23;53(6):1960-5.] [Blood Coagul Fibrinolysis. 2012 Oct;23(7):629-35.] [Planta Med. 2006 Apr;72(5):468-70.] [Vascul Pharmacol. 2007 Jul;47(1):25-30.]

Wenn Sie diese Substanzen mit einem NO-Geber kombinieren, funktionieren sie vielleicht besser. Falls sie trotzdem nicht vorankommen: Kreatin ist ein Myostatinhemmer.

Quelle:
J Cell Biol. 2006 Jan 16;172(2):233-44.